Neue Fotos


Abriss des Altonaer Bahnhofs, 1973
Foto: Stadtteilarchiv Ottensen/Gerhard Gumps

Vor kurzem wurde dem Stadtteilarchiv Ottensen ein sehr interessantes Zeitdokument übergeben. Ein Besucher brachte uns eine CD mit gut 300 Fotos eines Freundes vorbei. Die Bilder entstanden zwischen 1973 und 1985 und dokumentieren überwiegend Ottensen, aber auch Altona-Altstadt. Sie ergänzen unsere Sammlung mit außergewöhnlichen und alltäglichen Ansichten aus der Zeit, als der Stadtteil im Umbruch war, zum Sanierungsgebiet wurde und die Grundlagen für die heutige Aufwertung und Gentrifizierung gelegt wurden. Zwei der Aufnahmen zeigen wir hier als Beispiel.


‚Auferstanden aus Ruinen‘, die abgebrannte Fabrik, 1978
Foto: Stadtteilarchiv Ottensen/Gerhard Gumps

Das Rundgangsprogramm 2017 ist da!


Ob „Ottensen für Anfänger!“ oder Geschichte und Geschichten der Bahrenfelder Straße (am besten natürlich mit dem dazu passenden Buch des Stadtteilarchivs in der Hand), ob eine Begehung entlang des Bahngeländes (i.e. die Neue Mitte) zum Thema „Der Zug ist abgefahren!“ oder ein Spaziergang zum Altonaer Blutsonntag, ob eine Exkursion zur jüdischen oder eine zur dänischen Geschichte Ottensens – das neue Rundgangsprogramm des Stadtteilarchivs ist erschienen!

Die insgesamt 24, von HistorikerInnen, ArchitektInnen, DenkmalschützerInnen und langjährigen Stadtteil-Engagierten durchgeführten Stadtteilspaziergänge illustrieren an authentischen Orten Vergangenheit und Gegenwart eines sich ständig wandelnden lebendigen Quartiers. Neu im Programm diesmal: ein Rundgang zur Altonaer Kolonialgeschichte.

Alle Spaziergänge finden zwischen Ende März und Anfang Dezember statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 8 € (ermäßigt 4 €).

PDF-Datei Rundgänge 2017

Stadtteilarchiv jetzt auch bei Twitter

Das Stadtteilarchiv Ottensen ist jetzt auch bei Twitter! Mehrmals die Woche informieren wir dort über aktuelle Projekte und Rundgangsangebote sowie über Veranstaltungen, die wir durchgeführt oder an denen wir beteiligt waren, geben Meldungen anderer Institutionen oder Personen weiter, die wir wichtig und interessant finden, und berichten kurz und unterhaltsam aus dem Archiv-Alltag. Die Twitter-Seite des Stadtteilarchivs ist übrigens für jede und jeden zugänglich – ohne dass man sich registrieren muss!

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Gedenkveranstaltung und Kulturpfad

Gedenkveranstaltung „Italienische Militärinternierte“

anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar

Am vergangenen Freitag fand im Kollegiensaal des Altonaer Rathauses die Gedenkveranstaltung der Bezirksversammlung „Italienische Militärinternierte in Altona – Eine vergessene Opfergruppe“ statt. Unter maßgeblicher Beteiligung des Stadtteilarchivs Ottensen gestaltete dort sehr erfolgreich die Arbeitsgruppe „Zwangsarbeit“ des Ausschusses für Kultur und Bildung einen informativen, beeindruckenden, bewegenden und feierlichen Abend.

Das Lager Bahrenfelder Straße (Oben rechts im Bild) war nach dem II. Weltkrieg Wohnlager für Ausgebombte und Flüchtlinge.

„Stefanie Wolpert, Vorsitzende des Kulturausschusses begrüßte die Gäste der Veranstaltung und Dr. Frank Toussaint, Vorsitzender der Bezirksversammlung Altona, hielt eine kurze inhaltliche Rede zur Einführung in die folgenden Beiträge.
Im Hauptvortrag schilderte Susanne Wald von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ausführlich die Verhältnisse zwischen dem NS-Regime und dem faschistischen Italien bis in die Zeit nach dem Sturz Mussolinis und der Besetzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht. Rund 600.000 italienische Soldaten wurden als so genannte italienische Militärinternierte (IMI) zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich verschleppt. Sie waren von der Bevölkerung mehrheitlich als Verräter angesehen, deren Behandlung kaum besser war als die der sowjetischen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.
Manfred Hessel-Stahl, Sohn einer Deutschen und eines italienischen Militärinternierten, berichtete, wie er erst sehr spät, kurz vor dem Tod der Mutter, von seinem Vater erfuhr und wie er durch eigene Recherchen den Kontakt zu seinen italienischen Verwandten fand.
Zur Situation der italienischen Militärinternierten in Altona referierten die beiden Vertreterinnen des Stadtteilarchivs Ottensen, Frauke Steinhäuser und Gaby v. Malottki in ihrem gemeinsamen Vortrag. Trotz der bislang wenig erforschten Umstände der IMI in Altona gelang es doch, ein eindrückliches Bild ihrer Lebens- und Arbeitssituation zu erhalten. So befand sich z.B. in der Bahrenfelder Straße 320 (heute Vivo) ein großes Wohnlager. Zur Arbeit mussten die Männer in Firmen wie die Wollgarnspinnerei Tittel & Krüger, heute Sitz der Mopo, und die damals kriegswichtige Präzisionswerkzeuge-Firma Wilhelm Fette, die ihren Hauptsitz am Spritzenplatz hatte (heute Fette-Höfe). Zitate aus einem Buch, das erst kurz vor der Veranstaltung von dem Sohn des IMI Giacomo Morandini, der bei Fette Zwangsarbeit leisten musste, ins Stadtteilarchiv geschickt wurde, verdeutlichten eindringlich die Not der Betroffenen.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch ein Streich-Quintett von Jugend musiziert, Förderverein Hamburg e.V. Die Musikstücke, in hoher Qualität dargeboten, passten sehr gut zur Thematik. Bis zum Schluss folgten die Besucherinnen und Besucher den Vorträgen mit großer Konzentration und wir freuten uns über den regen Austausch in interessanten Gesprächen im Anschluss an die Vorträge.“

Text: Gaby v. Malottki und Hans Jensen

 

 

Kultur- und Geschichtspfad Othmarschen

Ein Antrag des Stadtteilarchivs Ottensen an den Ausschuss für Kultur und Bildung wurde angenommen und von der Bezirksversammlung Altona bestätigt.

Ziel ist es, zum Jubiläumsjahr 2017, „700 Jahre Othmarschen“, einen Kultur- und Geschichtspfad mit Informationstafeln zu schaffen. Spaziergänger erhalten so einen neuen Zugang zur Geschichte, Kultur, Architektur und Landschaft des Stadtteils. Die Tafeln vor Ort verweisen über QR-Codes auf weiterführende Texte und Bilder auf einer Website. Neben geführten Rundgängen können Spaziergänger allein oder in Begleitung in selbst gewähltem Tempo von Station zu Station wandern, nur einzelne Stationen aufsuchen oder zufällig beim Sonntagsspaziergang darauf stoßen.