Sanierung ab 1970

„City-West“

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Ab den 1970er Jahren drohte Ottensen die Zerstörung durch die Nachkriegsplanungen einer „City-West“. Die Erwartungen, hier Büro-, Verwaltungs- und Dienstleistungsgiganten mit Anbindung per Autobahnzubringer an den neuen Elbtunnel errichten zu können, eröffneten Spekulationen Tür und Tor. Beeinflusst durch die neuen sozialen Bewegungen Ende der 1960er Jahre wurde Ottensen zu einem Stadtteil des Protestes gegen diese Pläne. Bürgerinitiativen, politisch und sozial engagierte Gruppen mischten sich ein und kämpften um Mitbestimmungsrechte bei der Stadtplanung und Sanierung, um selbstverwaltete soziale und kulturelle Einrichtungen, Kinder- und Schülerläden. „Dokumentieren Sie ihren Stadtteil, solange er noch steht!“ oder „Ottensen kämpft – gegen Sanierung und Abriss“ waren Slogans der damaligen Bürgerbewegungen.

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Neben den Bürgerprotesten sorgte auch das Umdenken in der Stadtplanung für den Erhalt alter Stadtstrukturen, die Durchmischung von Arbeiten, Wohnen und Konsum: also dafür, dass die City-West-Pläne nicht verwirklicht wurden. Mit der Sanierung des maroden Stadtbildes wurde Ottensen zum Modellstadtteil für eine neue Stadtplanung. „Modellvorhaben Karl Theodor Straße“, in der Nähe des Ottensener Marktplatzes, und „Sanierung in kleinen Schritten“ kündeten von neuen Methoden beim Umbau und der Stadterneuerung. Ein Sanierungsbeauftragter vermittelte zwischen Bürgerinnen und Bürgern und den Behörden.

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Die Dichte der damals entstandenen Initiativen und Vereine ist Legende, viele der damals Engagierten konnten sich institutionalisieren und tragen bis heute prägend zur Lebendigkeit des Stadtteils bei.

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