Verkehrsgeschichte

Der Verkehr spielte in der Entwicklungsgeschichte vom Dorf zum Industriestandort Ottensen eine wichtige Rolle. Die Eisenbahn und der Hafen als wichtige Transportwege für die in Altona und Ottensen hergestellten Waren, der Bau der Altonaer Bahnhöfe, die innerörtliche Industriebahn und der sich ständig entwickelnde individelle Autoverkehr und Fahrradverkehr , die Straßenbahn und die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ab den 1970er Jahren nehmen daher einen großen Raum in unserer Sammlung ein.

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  • Eisenbahngeschichte
  • Altona-Kieler-Eisenbahn
  • Altonaer Bahnhöfe
  • Die ersten „Automobilisten“ in Ottensen
  • Transport- und Fuhrunternehmen
  • Ottensener Industriebahn
  • Hafenbahn und Schellfischtunnel
  • Straßenbahn und die Entwicklung des ÖPNV
  • Autobahn, Autobahnzubringer und Elbtunnel
  • Hafen- und Elbschifffahrt
  • Verkehrsberuhigung und Tempo 30
  • Geschichte des Radfahrens
Textauszug aus:
Ottenser Hauptstraße – Ottensens Geschichte und Geschichten, Stadtteilarchiv Ottensen, 1998

Schnell und billig … Die Straßenbahn in Ottensen

Die Straßenbahn war das ideale urbane Verkehrsmittel (…) Die Bahn beherrschte die engen Straßen Ottensens bis in die sechziger Jahre hinein. Sie brachte Fischarbeiterinnen, wegen des ihnen anhaftenden Geruchs nicht gern gelitten, nach Hause, und Flaneure zum Bummeln und Kinobesuch ins Zentrum. Jünglinge, die bei Menck & Hambrock ein Handwerk erlernten, brachte die Linie 7 oder 9 ans Werktor. Sie plusterten sich auf und sprangen vor der Haltestelle von den offenen Wagen ab.

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Ob die Damenwelt, die zur „Puddingakademie“ in der Bleickenallee strebte, davon beeindruckt wurde, ist nicht überliefert. Sie jedenfalls verließ die Straßenbahn korrekt am vorgesehenen Haltepunkt. Und als Hertie eröffnet wurde, Arnim Dahl an der Kaufhausfassade turnte und Jugendliche deswegen den Unterricht schwänzten, blieb die Bahn in der Menschenmenge stecken. Doch in den folgenden Jahren wirkte sich aus, was auch die Kinos in die Pleite trieb: das Auto, das Fernsehen und mehr Freizeit veränderten das Verhalten der Menschen nachhaltig. Die Fahrgastzahlen gingen rapide zurück. In dem Fall war der Hamburger Senat ganz vorne weg und beschloss keine neuen Konzepte, sondern die Einstellung des Straßenbahnbetriebes. Die Linie 7 fuhr bis 1970. Die l wurde am 3. Juni 1973 eingestellt. Der Bus 188 übernahm die Strecke. Wenige Jahre später, 1978, gab es in ganz Hamburg keine Straßenbahn mehr.