AG Lebenslinien
Überall forschen Menschen zu ihren Vorfahren, meist zu den Großeltern. Nie waren Quellen zur NSDAP-Mitgliedschaft so gut zugänglich. Vielleicht ist es auch das Bedürfnis, die fehlenden Gespräche zu kompensieren, wenn Zeitzeugen verstorben sind. So wird manches leichter, anderes schwieriger. Gespräche, die nicht mehr geführt werden können, Fragen, die Mut erforderten.
Oft recherchieren bei uns Menschen über ihre Familie, aus ganz unterschiedlichen Motiven: Neulich sprach jemand mit uns über seinen Onkel, Opfer eines Euthanasiemordes. Vor einiger Zeit fragte ein Mann aus den Niederlanden nach einem Altonaer Adressbuch. Ein Straßenname war einer der wenigen Hinweise auf seinen Vater, 1944 deutscher Besatzer in Den Haag.
Bewegende Gespräche, Schmerzen, Trauer, Kämpfe gerade im Zusammenhang mit der jüngsten Geschichte – Themen für ein Archiv? Wir glauben an die Kraft des Erinnerns, Erzählens und Teilens.
Am 30.6. von 18-20 Uhr startet eine Reihe kleiner Workshops zum Thema Lebensläufe. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
ORT: Stadtteilarchiv Ottensen e.V., Zeißstraße 28, 22765 Hamburg-Ottensen
