Ausstellung im Kesselhaus 4.4.2025 – 17.10.2025
Einladung zur Vernissage am 4.4.2025 um 18 Uhr:
„Wo Altona einst flanierte.
Die Geschichte der Königstraße“
Wo Menschen einst regierten und beteten, auf der Bühne standen und sich in Cafés trafen – wir zeigen den historischen Wandel der einstigen Altonaer Hauptstraße. Denn keine Straße Altonas hat ihr Gesicht in den letzten 100 Jahren so radikal verändert wie die Königstraße.
Dafür haben wir in den vergangenen Monaten in unserem Archiv zahlreiche Fotografien recherchiert, Gegenstände des Alltags zusammengetragen und mit Kooperationspartnern über diese untergegangene Welt gestaunt, so mit dem Altonaer Museum, dem Archäologischen Museum, der Kirchengemeinde St. Trinitatis und verschiedenen jüdischen Institutionen. Außerdem haben wir vor Ort buchstäblich gegraben, fotografiert und mit ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern der Gegend um die Königstraße Gespräche geführt.
Entstanden ist eine Deep Map aus Karten, Fotografien, Lebenserinnerungen, Biographien, Briefen, mündlichen Zeugnissen, Zeitungsberichten, Werbeanzeigen, archäologischen Fundstücken und musealen Objekten. So werden das Vergangene und das Gegenwärtige, das Politische und das Alltägliche im Raum neu erzählt.
Unsere Ausstellung beginnt nach dem großen Brand von 1713 mit dem Wiederaufbau Altonas als Barockstadt an der Elbe, deren Zentrum an der Königstraße lag. Sie handelt von den Institutionen und Akteuren der Aufklärung und einem der tolerantesten Orte in Europa und verfolgt den Wandel zur bürgerliche Geschäftsstraße um 1900, die in unmittelbarer Nähe des Armenviertels lag. Zudem thematisiert sie Ausgrenzung und Verfolgung der Jüdinnen und Juden in der Nazizeit und die Zerstörung der Stadt im Juli 1943. Sie endet mit der umstrittenen Umgestaltung als Teil von Neu-Altona und der Suche nach Spuren der Geschichte in der heutigen „Straße der Zukunft“.
Über das Begleitprogramm mit Vorträgen und Führungen informieren wir bald.
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bezirksamtes Altona aufgrund eines Beschlusses der Bezirksversammlung gefördert.